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Es muss ein Engel gewesen sein

Dem kleinen Thomas fiel diesmal das Warten auf den Heiligen Abend besonders schwer. Wie würden sich seine Eltern über das Geschenk freuen, das er sich für sie ausgedacht hatte! Zum wiederholten Mal stellte er sich vor, wie das Glöckchen zur Bescherung läutete, wie im Weihnachtszimmer der Christbaum herrlich geschmückt und über und über mit sanften Lichtern besteckt stand. Und dann würde er, der niemals etwas recht behalten kann, nicht etwa zuerst zu seinen Geschenken laufen, nein, er würde sich genau unter den wunderschönen Baum stellen und feierlich sagen: Mama, Papa, jetzt kommt mein Geschenk für euch: ein Gedicht.
Den Einfall zu der Sache hatte Thomas schon vor langer Zeit. Doch so sehr er auch suchte, er fand kein Gedicht, das ihm gefiel  Großmutter, der er sich anvertraute, versprach, in ihren alten Büchern auf dem Speicher zu stöbern, vielleicht würde sie da etwas finden.
Nach langem Suchen entschied sich Thomas für ein Weihnachtsgedicht, das vor vielen Jahren die Großmutter, als sie ein junges Mädchen war, aus einem Buch abgeschrieben und wohl verwahrt hatte. Er begann sogleich, das Gedicht mit seinen fünf langen Strophen auswendig  zu lernen.  Ach, wie schwer fiel es ihm, die vielen Wörter wohlgeordnet in den Kopf zu bekommen!
Der große Bruder riet, das aufgeschriebene Gedicht gewissenhaft allabendlich unter das Kopfkissen zu legen, denn dann stiegen die Zeilen im Traum in den Kopf. Thomas vergaß fortan an keinem Abend zu tun, was der Bruder ihm geraten hatte.
Und tatsächlich! Schon bald konnte er das ganze lange Gedicht auswendig und sogar fast fehlerfrei.
Der Heilige Abend kam. Thomas begann, das Gedicht aufzusagen. Alles ging gut bis zum Ende der fünften Strophe. Da war es dem Jungen, als sein Kopf plötzlich leer. Ihm fiel die letzte Zeilen einfach nicht ein. Verzweifelt schaute Thomas umher, doch außer ihm kannte niemand das Gedicht auswendig. Voller Stolz blickten die Eltern ihn an. Die Großmutter lächelte, nur der Bruder grinste schadenfroh, als ahne er ein nahendes Fiasko.
Da vernahm Thomas ein leise Stimme:„und  lieben dich von Herzen, Jesuskind.“ Thomas vollendete sein Gedicht und atmete erleichtert auf. Er wurde in die Arme genommen, geherzt und geküsst.
"Danke, Großmama", flüsterte der Junge .
"Wofür, mein Kind"?
“Fürs Vorsagen“. Da bekam Großmutter große, erstaunte Augen.
"Ich und vorsagen!  Ich habe das Gedicht doch niemals auswendig gelernt."
"Dann muss es ein Engel gewesen sein", murmelte Thomas.


Autorin: Jutta Gornik
Veröffentlichung nur mit Genehmigung der Autorin - jgornik@aol.com
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