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Geschichteneinzel

Des Schöpfers Achtsamkeit

Vorsichtig bewegte sie ein wenig das linke Bein, dann streckte sie das rechte. Dann beugte und streckte sie die mittleren beiden Beine. Und mit dem linken Vorderbein massierte sie sich die eingeschlafenen Fühler.

Irgendwie fühlte sie sich noch nicht wirklich ausgeschlafen. Sie konnte ja nicht ahnen, dass der kleine Tannenbaum, den sie zur Überwinterung ausgesucht hatte, abgesägt, verkauft und in die gemütlich warme Stube getragen wurde. Müde blickte sie mit ihren tausend Augen den Raum gleichzeitig erfassend in alle Richtungen.

Die zarten Flügel spreizend stellte sie zufrieden fest, dass diese in der Kälte keinen Schaden genommen hatten.

Menschen rannten lachend in die Stube, Mädchen in hübschen Kleidchen. Das eine Mädchen summte ein Lied, welches die kleine Mücke, die sich nun enger an das Ästchen schmiegte, nicht kannte. Aber am Summen hatte sie Gefallen und schöne Erinnerungen tauten aus den Tiefen des ihres Winterschlafes auf. Die Mädchen trugen Geschenke herein und legten Sie unter den Baum. Würzig anzufühlende Ströme von Gerüchen strichen aus der nahen Küche durch den Baum, zogen dem Stamm entlang hoch und kitzelten die zarten Fühler. Die Töne eines Klaviers vibrierten angenehm in den kleinen Flügeln.

Die Mädchen begannen den Baum zu schmücken. Kerzen wurden angebracht und farbige Kugeln. Menschen kennen das ja alles, aber die kleine Mücke schaute dem Treiben fasziniert zu und versuchte sich einen Reim darauf zu machen.

Dann wurde ein kleines Häuschen aus Holz aufgestellt, mit noch kleineren Menschen, die unbeweglich vor einer Art Bettchen standen, in dem ein noch viel kleineres Menschlein lag. Und kleine Esel, Kühe und Pferde starrten ebenso in das Bettchen hinein.

Als die grossen Menschen sich verzogen hatten um zu essen, schlief die Mücke nochmals ein. Sie träumte einen eigenartigen Traum. Ein helles Licht ging in der Dunkelheit auf. Und sie träumte, dass sie geradewegs und freudig auf das Licht zufliegen würde. Doch hier stoppte der Traum abrupt, denn der helle Gesang der Kinderstimmen brachte sie in die Realität zurück.

Mit einem Mal sah sie es. Unweit von ihrem Versteck erstrahlte eine Erscheinung mit grosser Kraft. Wuchtig und glänzend - überwältigend! Vor Ehrfurcht erstarrt erblickte die kleine Mücke die riesigen, glänzenden und strahlenden Flügel! Dies konnte nur eines bedeuten: Der Schöpfer selbst ist erschienen! Voller Ehrfrucht senkte sie den Kopf, unfähig sich zu bewegen. Und die Anbetungslieder, die die Menschen sangen, passten zu der wundersamen Erscheinung, offenbar huldigten auch sie dem grossen Schöpfer.

Da nahm das eine Mädchen die unförmige, farbige Christbaumkugel mit den Engelsflügeln aus dem Baum, mit der Bemerkung, dass dieser Kitsch doch gänzlich unpassend sei.

Die Mücke verstand sie Welt nicht mehr. Eben hatte sich der Schöpfer in einer gewaltigen Erscheinung offenbart, dann verschwindet das Ganze im Nu. Verstört blickte sie in alle Richtungen, doch der Schöpfer blieb verschwunden.

Die Anbetungslieder waren verstummt, die Menschen machten sich daran, die Geschenke unter dem Christbaum zu öffnen.

Eine nie dagewesene Sehnsucht ergriff die kleine Gestalt, die sich noch immer an ein Zweiglein klammerte. Sie breitete die Flügel aus und flog aus der schützenden Deckung heraus mitten in den Raum und begab sich auf die verzweifelte Suche nach dem entschwundenen Schöpfer.

Draussen funkelten die Sterne – und die kleine Mücke flog durch das einen spaltbreit geöffnete Fenster in die kalte Winternacht hinein. Die Kälte traf sie wie ein Schlag, doch sie flog tapfer weiter, denn das Licht aus dem Traum begann immer heller am Horizont zu leuchten. Ihre Flügelschläge wurden immer ungelenker, bis sie nicht mehr trugen und die Mücke ermattet in den weihnächtlichen Schnee fiel. Da umfing sie das helle Licht vollends und eine wohlige Wärme breitete sich aus. Fröhliche Melodien stillten den Durst ihrer zarten Seele. Da sah sie die freundlichen Augen, die in unendlicher Güte auf sie blickten - und schlief für immer ein.
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